Litera(Tour): Start in Zermatt

Der Start zur Litera(Tour) gelang vorzüglich. Von links nach rechts: Mirja Kronig (Zermatt Kultur), Sieglinde Kuonen-Kronig (Autorin), Noemi Schnydrig (Buchhändlerin), Joanne Gattlen (Autorin); Jolanda Perren (Autorin), Ernesto Perren (Autor), Kurt Schnidrig (Moderator) und Viktor Perren (Musikant).

Bis auf den letzten Platz war der Arvensaal des Hotel Monte Rosa besetzt, als Mirja Kronig von Kultur Zermatt die Schreibenden auf ihrer ersten Station der Litera(Tour) begrüsste. Sie bettete den literarischen Event in ihrer Rede gebührend ein in einen regionalen und auch überregionalen Rahmen. Als Moderator des Abends und als Präsident des Club 73 durfte ich unterhaltsame Talks führen mit fünf Gästen, allesamt Literaten und Schriftsteller, die auch mit schmackhaften Kostproben aus ihren Werken aufwarteten.

Mirja Kronig eröffnete die Litera(Tour) in Zermatt und gab gleichzeitig einen Einblick in das kulturelle Schaffen des Matterhorndorfes. (Fotos: M. Schnidrig)

Mit dem Bergschriftsteller Ernesto Perren bekannte sich ein Urgestein aus einer Zermatter Bergführerfamilie zu seiner Faszination für die Bergwelt. Seine Dichtung steht wie ein Findling in der flachen Landschaft moderner und postmoderner Lyrik. Als ehemaliger Mitarbeiter der Fluggesellschaft Swissair schöpfte er als weitgereister Schriftststeller aus einem schier unerschöpflichen Fundus von Geschichten.

Bergschriftsteller Ernesto Perren ist auch ein bekennender Südamerika-Fan. Der weitgereiste Autor spricht fünf Sprachen und verfasst nebst Lyrik auch Essays und Erzählungen.

Die Bilderbuch-Autorin Jolanda Perren thematisierte in ihrem Talk mit mir die Hintergründe zu ihrem Bilderbuch „Marmota Marmota“. Im liebevoll gestalteten Bilderbuch versucht sie sowohl den Kindern als auch den Murmeltieren gerecht zu werden. Im Traum findet die Protagonistin Annina in die Welt der liebenswerten Nager und nimmt während eines ganzen Jahres an ihrem faszinierenden Leben teil.

Bilderbuch-Autorin Jolanda Perren war als Kindergärtnerin tätig. In Japan befasste sie sich mit Aikido und der Tuschmalerei. Das Bilderbuch verbindet ihre Kinder- und Naturliebe mit dem Flair zum Gestalten, Zeichnen und Malen.

Die Buchhändlerin und Belletristik-Verantwortliche Noemi Schnydrig talkte mit mir über regionale Bestseller wie Wolfensbergers „Gommer Herbst“ oder Willy Walpens „Talwächter“. Sie wagte aber auch einen Blick über den regionalen Tellerrand hinaus und brachte nationale Bestseller ins Gespräch, so etwa Sibylle Bergs „GRM“, Rolf Dobellis Buch „Die Kunst des digitalen Lebens“ oder Doris Dörries Buch „leben schreiben atmen“.

Noemi Schnydrig ist Buchhändlerin und Belletristik-Verantwortliche bei der ZAP Brig. Sie weiss, was die Leserinnen und Leser berührt und bewegt.

Mit ihrem Roman „Gelbe Tulpen vor dem Haus“ hatte es Sieglinde Kuonen-Kronig an die Spitze der regionalen Bestseller geschafft. Im Talk wollte sie ihren Roman auch als Frauenroman verstanden wissen, der aber durchaus auch regionale Walliser Themen verarbeitet, etwa den Aufbruch aus dem engen Tal, dem aber häufig eine Rückkehr in den Heimatkanton, zurück zu den Wurzeln, folgt. Nicole, die Protagonistin in ihrem Roman, stellt aber dadurch ihre gesamte Lebensplanung infrage.

In ihrem Frauenroman „Gelbe Tulpen vor dem Haus“ schreibt Sieglinde Kuonen-Kronig auch über Abschied und Aufbruch in einem Walliser Dorf.

Lange hatte man auf einen Fantasyroman aus dem Oberwallis warten müssen. Nun endlich legt die Jungautorin Joanne Gattlen „Meravella“ vor. Die Story spielt in Irland, ausgedacht hat die Autorin ihre Geschichte jedoch im heimischen Hotel in Leukerbad. Im Talk verriet sie dem staunenden Publikum, dass eine Reise nach Irland im vergangenen Sommer alle ihre Vorstellungen punktgenau bestätigten.

Ermutigt durch den Erfolg ihres Erstlings „Meravella“ arbeitet Joanne Gattlen nun an einer englischen Übersetzung ihres Fantasyromans.

Dass mein Hippie-Roman „Vergiss nicht die Blumen in deinem Haar“ verschiedentlich Spuren hinterlassen hat, das legte Buchhändlerin Noemi Schnydrig anhand von Beispielen offen. Eine Illustration aus meinem Roman ziert das Plakat zu den diesjährigen Konzerten des Oberwalliser Lehrerchors, dem ich als Co-Präsident vorstehe. Die Konzerte gehen am kommenden Wochenende in Naters und in Leuk-Stadt über die Bühne, und zwar mit dem Motto „Let the Sunshine In“.

Einen Ausblick auf kommende spannende Buchprojekte wagte ich zum Schluss mit der Fachberaterin des Club 73, mit Noemi Schnydrig.

Die nächste Station der Litera(Tour) wird Leukerbad sein. Am Mittwoch, 29. Januar, ab 19 Uhr, wird der Club 73 im Hotel Beau-Séjour zu Gast sein. Zum Literatur-Talk in ihrem Hotel lädt Managerin und Fantasyautorin Joanne Gattlen ein.

Text: Kurt Schnidrig. Fotos: Maria Schnidrig.

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