
Er ist fasziniert von der Technik in allen ihren Formen, egal ob im Bereich der Schifffahrt, bei Strassenfahrzeugen oder bei der Eisenbahn. Diese Vorliebe für die Technik beeinflusst auch das Schreiben von Mattéo Werlen: Minutiöse Beschreibungen kombiniert er mit einer poetischen Sprache.
Mattéo Werlens Roman-Erstling „Dampf, Krieg und Liebe“ lässt sich dem Genre des Historischen Romans zuordnen. Die Story spielt im Jahr 1939 in Osteberlin und in Westpolen, zu Beginn des Zweiten Weltkriegs also, der am 1. September 1939 mit dem Überfall der Deutschen Wehrmacht auf Polen seinen Anfang nahm.
Der Angriff auf Polen war das Ergebnis der aggressiven Expansionspolitik von Adolf Hitler, der neuen Lebensraum im Osten suchte. Durch die Verletzung des Versailler Vertrags und durch die verheerende Aussenpolitik des nationalsozialistischen Regimes weitete sich der Krieg wie ein Flächenbrand aus. Dies ist der historische Rahmen zum Roman.
Der Protagonist in „Dampf, Krieg und Liebe“ ist Robert Ruwenthal, ein erfahrener Lokomotivführer, der in seiner heiss geliebten Dampflokomotive im Kriegsjahr 1939 einen Passagierzug nach Berlin chauffiert. An seiner Seite arbeitet Friedrich, ein langjähriger Kollege, als Heizer auf der Lok.
Während Robert und Friedrich durch die verschneite Landschaft fahren, tauchen immer wieder düstere Vorzeichen des bevorstehenden Zweiten Weltkriegs auf. Die Handlung nimmt Fahrt auf, als Lokführer Ruwenthal eine verhängnisvolle Nachricht erhält. Als Lokführer wird er zu einem Einsatz in Polen aufgeboten.
Robert Ruwenthal sieht sich gezwungen, zusammen mit seinem Heizer Friedrich einen Kohlezug nach Danzig in Polen zu steuern. Damit beginnt eine abenteuerliche, beschwerliche und hindernisreiche Fahrt mitten hinein ins Kriegsgebiet.
Kaum haben die beiden Bahnarbeiter mit ihrem Zug die Grenze nach Polen überquert, geraten sie in einen Hinterhalt von polnischen Soldaten. Ein Kampf um Leben und Tod beginnt. Traumatisiert vom Kriegsgeschehen, treten die beiden Protagonisten die Rückreise in die Schweiz an. Auf der Rückreise verliebt sich der Lokführer in eine junge Frau. Verträgt sich aber eine romantische Liebe auf den Schlachtfeldern des Zweiten Weltkriegs?

206 Seiten. Schnidrig, 2025
Das Interesse des Autors gilt einerseits der Technik, besonders der Eisenbahn, andererseits aber auch der Sprache und ihrer sich durch die Zeit und Raum wandelnden Erscheinung. Im Roman „Dampf, Krieg und Liebe“ bedient er sich gleich beider Themenbereiche und lotet deren Grenzen inmitten des unerbittlichen Kriegsgeschehens aus.
Text, Bild und Radiosendung: Kurt Schnidrig