Fabienne Truffer: Heile Welt in Natur und Stall

Fabienne Truffer (ganz rechts) fordert eine heile Welt für Wolf und Schaf. Hier bei der Präsentation ihres Buches über das Schwarznasenschaf. (Bild: Kurt Schnidrig)

Fabienne Truffer zeigt in ihren Kursen, wie man zufrieden und glücklich leben kann. Wie kann es gelingen, in einen „Flow“ hineinzukommen, der es uns erlaubt, alles leichter und erfolgreicher anzupacken? Auf derartige Fragen liefert Fabienne Truffer echte Lebenshilfe.

Eine Business-Frau? Nein, das möchte Fabienne Truffer keinesfalls sein. „Ich bin Mutter von zwei Töchtern, Hausfrau und Landwirtin“, stellt sie klar.

„Lieber laufe ich in meinen Stallkleidern umher, lieber, als in diesem ganzen Schickimicki, das uns die heutige Mode präsentiert.“

Fabienne Truffer

Mit einem Lachen meint Fabienne Truffer: „Gelnägel brechen ab, wenn ich den Pferden die Hufen mache. Der Spitzentanga juckt und die Schminke würde beim Schwitzen verlaufen…“ Fabienne Truffer lebt in einer ganz anderen Welt, sie lebt in einer bodenständigen Welt. „Ich lebe am Berg mit steilen Strassen, vielen Kurven und im Winter mit viel Schnee“, schreibt sie auf ihrer Homepage.

Fabienne Truffers Leben ist ausgefüllt mit der Arbeit in Haus und Garten, mit ihren Teeniegirls, mit Hund, Hühnern und Katzen. Und vor allem: Mit einer grossen Herde Schafe. Über die Schafe hat sie ein Buch geschrieben. Genau genommen ist es ein Buch über das Schwarznasenschaf. Das Buch solle sogar noch ins Englische übersetzt werden, hofft sie. Im rro-Interview erklärt sie, weshalb sowohl die Schafe als auch die Wölfe eine heile Welt verdient hätten. (Fabienne Truffer: Bäähsonders. Das Walliser Schwarznasenschaf. Rottenedition.)

Durch die Liebe habe sie zu den Schwarznasenschafen gefunden, erzählt Fabienne Truffer. Sie sei in Naters aufgewachsen, habe da überhaupt keine Beziehung gehabt zu den Schafen. Der Liebe wegen habe sie dann aber in den Sonnenbergen Wohnsitz bezogen. Der Partner habe eine Herde Schwarznasenschafe mitgebracht, und so sei sie „hineingewachsen“ in die Schafhaltung. Liebevoll nennt sie ihre Schafe „die Ghornutu“. Bei den Schwarznasen hätten Männlein wie Weiblein Hörner, deshalb seien sie „die ghornutu Schaf“, erklärt Fabienne Truffer.

„Keine Polemik wegen dem Wolf“, fordert Fabienne Truffer. Sie bedauert, dass man bei der Wolfsdiskussion keinen gemeinsamen Nenner finden könne. „Dabei möchten eigentlich beide Parteien das Gleiche.“

„Eigentlich möchten wir alle dasselbe: Eine Heile Welt. Der Wolf findet die Heile Welt in der intakten Natur, wo er für eine natürliche Regulation sorgt. Und wir Schäfer finden unsere Heile Welt im Stall.“

Fabienne Truffer im rro-Interview
Hören Sie den Podcast aus der Sendung „Literaturwälla“ zu Fabienne Truffer und zu ihrem Buch „Bäähsonders“. (Quelle: rro / Kurt Schnidrig / Joel Bieler / Simon Kalbermatten)
Hören Sie das Interview mit Fabienne Truffer in voller Länge. (Quelle: rro / Kurt Schnidrig)

Text, Bild und Radiosendung: Kurt Schnidrig