
Der Klimawandel erfordert einen „Rückzug zur Natur“. Die Literatur wartet mit spannenden Büchern auf, in denen die Bäume und der Wald eine wichtige Rolle spielen.
Die steigenden Temperaturen und die bröckelnden Berge sind auch für viele Schreibende ein Warnzeichen. Viele von uns entdecken den Wald wieder und besonders die Bäume als wichtige Komponenten im Öko-System.
Bereits auf der Stufe der Kinder- und Jugendliteratur ist der Natur-Trend ein Schwerpunkt-Thema. Junge Aktivist:innen klettern auf Bäume, um Rodungen zu verhindern. Das Kinderbuch „Anschlag auf den Baumriesen“ aus dem Südpol-Verlag erzählt von Baum-Besetzungen. Das Bilderbuch lässt deutlich werden, wie wichtig Bäume sind, sowohl als Lebensraum als auch für die Luftreinigung.

Die jungen Naturschützerinnen und -schützer finden zum Teil Unterstützung, zum Teil jedoch verärgern sie mit ihren Aktivitäten ältere Leute oder sie behindern Arbeitende. Trotzdem jedoch fühlt sich Alt und Jung in tiefer Verbundenheit mit den Bäumen und mit dem Wald.
Besonders deutlich werden derartige Inhalte im Roman „Das Telefon in der Birke“, erschienen im dtv-Verlag. Auf mehr als 200 Seiten wird die Geschichte von Ayla erzählt. Ayla kümmert sich selbstlos um die Bäume in ihrer Wohnstrasse. Hier pflanzen alle Bewohnerinnen und Bewohner schattenspende Bäume für neugeborene Kinder und für verstorbene Mitbewohnende. Nach jedem Todesfall steigt Ayla auf eine Birke, denn in der Baumkrone lässt sich ihre Trauer am besten verarbeiten.

Die Literatur macht es möglich, dass die Bäume reden und die Menschen verstehen können. Der Klassiker diesbezüglich trägt den Titel „Das geheime Leben der Bäume“, verfasst vom Förster und Baum-Kenner Peter Wohlleben. Es handelt sich dabei um ein Sachbuch, das die beeindruckenden Fähigkeiten von Bäumen und Wäldern beschreibt.
Spannend berichtet Förster Peter Wohlleben darüber, was Bäume so alles können: Bäume können sich miteinander unterhalten, Bäume schauen zueinander, Bäume sprechen miteinander. Nun ja, Erwachsene mögen derartigen Geschichten kritisch gegenüberstehen. Bei Kindern jedoch ist dieses magische Denken noch vorhanden.

Bei den Erwachsenen ist der literarische Trend „Zurück auf die Bäume und in den Wald“ ebenfalls angesagt. Eine gewinnbringende Lektüre diesbezüglich ist der Roman „Die dunkle Seite des Mondes“ des Schweizer Schriftstellers Martin Suter. Ein gestresster Manager flüchtet sich aus dem lieblosen Geschäftsleben. Er entschwindet in einem Wald. Er wird sogar zu einem Teil des Waldes, er wird zum Waldmenschen.
In der Weltliteratur hat verschiedentlich das Experiment „Walden“ für Furore gesorgt. Erfunden hat „Walden“ der Romantiker Henry David Thoreau. Das Experiment „Walden“ zeigt, wie ein Rückzug in den Wald mit Lesen, Schreiben, Nachdenken und die Natur erkunden unsere Gesellschaft zum Besseren verändern könnte.

In eigener Sache: Vor vier Jahren hat der Schreibende das Experiment „Walden“ im Roman „Im Zauber der verkleideten Worte“ aufgenommen und weitergeführt.
Text, Bild und Radiosendung: Kurt Schnidrig