Der „Literatur-Hängert“ im September 2026: Literaturvermittlung am Kollegium Brig mit der Sprachwissenschaftlerin Barbara Schnidrig

Literaturexperte Kurt Schnidrig besucht die Sprachwissenschaftlerin Barbara Schnidrig im Kollegium Spiritus Sanctus in Brig (Bild: rro)

Barbara Schnidrig ist Sprachwissenschafterin, Kollegiumslehrerin und Vorsitzende des Schreibwettbewerbs. Sie hat Germanistik und Anglistik studiert und unterrichtet sowohl englische als auch deutschsprachige Literatur. Ihr spannendes Spezialgebiet ist die Soziolinguistik. Im „Literatur-Hängert“ spricht sie über die Literaturvermittlung am Kollegium Spiritus Sanctus Brig. Nebst den angesagten Klassikern behandelt sie im Unterricht auch neuste literarische Werke. Als Vorsitzende des Schreibwettbewerbs spricht sie über Rückmeldungen und sie erklärt, was für sie einen guten literarischen Text ausmacht und welche Gefahren die Anwendung von Künstlicher Intelligenz mit sich bringen kann.   

„Hängert“ mit Barbara Schnidrig:

Hinweis: Den „Literatur-Hängert“ können Sie jederzeit im Originalton und in voller Länge nachhören auf pomona.ch/rro

Kurt Schnidrig: Herzlich willkommen, Barbara Schnidrig, zum Literatur-Hängert auf Radio Rottu Oberwallis. Du bist Sprachwissenschaftlerin, Lehrerin am Kollegium und daselbst auch Vorsitzende des Schreibwettbewerbs. Dürfen wir erfahren, welche Schwerpunkte du dir während deines Studiums gesetzt hast?

Meine Schwerpunkte habe ich vor allem auf die englische Sprachwissenschaft gesetzt und dort vor allem auf den Bereich der Soziolinguistik. Die Soziolinguistik behandelt Themen wie den Sprachgebrauch. Wie brauchen wir die Sprache, wenn wir etwas erreichen möchten? Auch im Journalismus stellt sich häufig die Frage, welcher sprachliche Ausdruck angemessen ist. Diesbezüglich ist es möglich, die Anwender zu beraten und zu lenken. Ich habe in Bern die Studienrichtungen Germanistik und Englisch gewählt und abgeschlossen. Ein Austausch-Semester führte mich nach Limerick in Irland, dort konnte ich meine Studien-Schwerpunkte noch vermehrt auch mit der Literatur verknüpfen. Meine Leidenschaft für die Sprache und für deren Anwendungen ist geblieben. Die verschiedenen Möglichkeiten des Sprachgebrauchs berühren die Menschen sehr.

Bei der Soziolinguistik handelt es sich um einen sehr spannenden Studienzweig. Hast du dazu auch publiziert oder Arbeiten verfasst?

In meiner Bachelor-Arbeit habe ich zusätzlich auch noch die Musik einbezogen. Es ging dabei um die Frage, wie man sich zu einer Gruppe zugehörig fühlen kann, wenn man über Musik und verschiedene Genres spricht. Da hatte ich auch Bezüge zum Wallis hergestellt, insbesondere zur Metal- und Punkszene. Ich habe untersucht, wie sich die Menschen aus dieser Szene abgrenzen, nicht nur visuell, sondern auch wie sie untereinander und miteinander sprechen und wie sie sich über ihre eigene Musik unterhalten. Während des Masterstudiums interessierte ich mich für die Frage, wie Menschen in verschiedene Rollen schlüpfen. Ich habe mit Rollenspielen analysiert, wie Menschen differenzieren, wenn es um sie selber und um ihren eigenen Charakter geht. Es war interessant, sprachlich zu beobachten, was geschieht, wenn Menschen in verschiedene Rollen schlüpfen.

Nun ist das neue Schuljahr am Kollegium Brig bereits einige wenige Wochen alt. Barbara, wie hast du dich bezüglich der Literaturvermittlung auf das neue Schuljahr vorbereitet? Hast du neue Literatur in deine Vorbereitungen einbezogen? Oder existiert am Kollegium Brig ein Literatur-Kanon, den es abzuarbeiten gilt?

Ich habe mich vor allem auf die kommenden Englisch-Lektionen konzentriert. Es sind immer auch neue Werke mit dabei, in die ich mich einarbeite. Im Fach Englisch ist man etwas weniger gebunden an einen Literatur-Kanon als im Fach Deutsch. Besonders für die höheren Stufen gehört immer auch Shakespeare zu den Lerninhalten. Da habe ich mich auch wieder eingearbeitet in „Macbeth“ und „Hamlet“. Ich unterrichte nun auch neuere englische Literatur in den Bilingue-Klassen. Da ist Fördern und Fordern angesagt, auch modernere Literatur gehört zum Schulstoff. Beispielsweise befassen wir uns auch mit utopischer Literatur, da geht es darum, dass immer mehr Bereiche automatisiert werden. Dabei handelt es sich um ein Thema, das doch sehr aktuell ist, wenn ich beispielsweise an KI denke, an die Künstliche Intelligenz.

Gibt es auch Literatur, die seitens der Studierenden sehr gefragt ist?

Das ist sehr unterschiedlich. Das Fach Englisch ist diesbezüglich ein sehr dankbares Fach. Einige meiner Studierenden mögen besonders Fantasy-Autoren, den „Hobbit“ von Tolkien beispielsweise. Studierende, die Latein als Schwerpunktfach gewählt haben, sind eher interessiert an Geschichten aus der Antike oder an historischer Fiktion. Allgemein sind auch Jugendliteratur und Krimis beliebt. Da ist Shakespeare natürlich anspruchsvoller, sogar auch für Studierende mit Englisch als Muttersprache.

Du legst einen Schwerpunkt auf die englische Literatur, aber doch auch auf die deutschsprachige Literatur. Welche Werke aus der Deutschen Literatur sind besonders angesagt?

Im Rahmenlehrplan ist festgelegt, welche literarischen Epochen abzuarbeiten sind. Innerhalb der literarischen Epochen ist es den Lehrpersonen freigestellt, welche Werke sie mit ihren Studierenden behandeln möchten. Wichtig scheint mir, dass eine Lehrperson auch den Schwerpunkt auf literarische Werke legen darf, die ihr am Herzen liegen. Auf den unteren Stufen kommt auch immer wieder aktuelle Jugendliteratur zum Zuge. Zuweilen erhalten die Studentinnen und Studenten auch die Möglichkeit, ein literarisches Werk zu wählen, das sie gerne im Literaturunterricht behandelt haben möchten. Es kann sich dabei um ein zeitgenössisches Werk handeln oder um ein Werk, das ihren gegenwärtigen Interessen und Anliegen entspricht.

Barbara Schnidrig, du bist Vorsitzende des Schreibwettbewerbs am Kollegium Spiritus Sanctus in Brig. Was hast du für Erfahrungen damit gemacht? Hast du diesbezüglich bereits Vorbereitungen für das neue Schuljahr getroffen?

Meine Erfahrungen sind durchaus positiv. Die Texte der Schülerinnen und Schüler lesen zu dürfen, das bereitet mir viel Freude. Dies ist besonders der Fall, wenn die Studierenden kreative Ideen präsentieren oder auch, wenn sie sich mit sich selbst auseinandersetzen. Was die Vorbereitungen für das neue Schuljahr anbelangt, da kann ich sagen, dass ich demnächst alle Informationen hierzu weiterleiten werde. Es geht dabei um Angaben wie: Wie verhält es sich mit der Einreichefrist? Wie lange dürfen die Texte sein? Was alles wird akzeptiert? Die Themen sind frei wählbar. Auch muss ich die Jurymitglieder anfragen, ob sie erneut Lust und Zeit hätten, erneut mitzumachen.

Wie fallen die Rückmeldungen bezüglich des Schreibwettbewerbs seitens der Studierenden aus? Braucht es Motivierungs-Künste, um die jungen Leute zum Schreiben zu bewegen?

Es gibt Studierende, die sehr interessiert sind, die sogar „angefressen“ sind vom Schreiben. Darunter finden sich auch „Wiederholungstäter“, die immer wieder gerne beim Schreibwettbewerb mitmachen. Tatsache ist, dass es seitens der Schülerinnen und Schüler auch etwas Mut braucht, um sich zu exponieren und das Eigene zu veröffentlichen. Wir gehen auch persönlich in die Klassenzimmer und fragen Schülerinnen und Schüler direkt an, dies besonders dann, wenn jemand mit seinen Aufsätzen für Aufsehen gesorgt hat. Das Echo ist jedenfalls generell gut. Wir wären aber dennoch froh, wenn wir noch mehr Schreibende zur Teilnahme motivieren könnten.

Um eine stimmige Rangierung vornehmen zu können, braucht es sicher auch Vorgaben und Kriterien, die bestimmen, was bezüglich des Schreibwettbewerbs möglich ist und was nicht. Was macht für dich einen guten Text aus?

Das ist nun eine weitgefasste Frage. Bestimmt sind alle Bewertungen und Rangierungen subjektiv. Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, als ob es einen objektiv besten Text gäbe. Deshalb haben wir eine Jury, deren Mitglieder die Texte nach eigenem Ermessen bewerten. Für mich ist wichtig, dass der Text authentisch ist. In einem guten Text sollten auch sprachlich-stilistisch ein paar „clevere“ Kunstgriffe erkennbar sein. Sehr schön finde ich, wenn ein Text mit Humor umgesetzt wird. Auch eine Prise Selbstironie darf mit dabei sein. Diesbezüglich bewertet jedoch jedes Jurymitglied anders.

Nebst dem Schreibwettbewerb wird ja in der Schule auch immer noch das übliche Aufsatzschreiben oder Texteschaffen gepflegt. Worin bestehen die Unterschiede?

Beim Schreibwettbewerb sind die Bedingungen und die Vorgaben viel offener gefasst. Es gibt da viele Möglichkeiten, literarisch tätig zu werden, zum Beispiel im Poetry Slam. Es ist aber auch möglich, ein Gedicht zu verfassen. Es muss sich bei den Texten also nicht immer um Erzählungen handeln. Dagegen schreibt die Schule präzise Vorgaben vor für das Texteschaffen im Unterricht: Wie sieht eine Einleitung aus? Wie stellt man ein Argumentarium zusammen? Beim Schreibwettbewerb hingegen ist es möglich, auch mal mit einer Textform zu experimentieren. Sowas ist im schulischen Rahmen eher weniger gut möglich.

Wie steht es mit der Unterstützung der Schreibenden, beispielsweise in Form einer Schreibwerkstatt oder eines Schreibseminars?

Die Schreibarbeit für den Wettbewerb findet grösstenteils ausserhalb der Schule statt. Die Liebe zum Schreiben und die Freude an Sprachspielereien bringen die Mitmachenden mit. Eine kreative Schreibförderung existiert am Kollegium nicht explizit. Sicher ist es möglich, im Unterricht auch Erzählungen zu schreiben oder sich mit kreativen Schreibarbeiten zu beschäftigen, die nicht benotet werden. Ich habe aber auch schon von Schülerinnen die Rückmeldung erhalten, dass es doch hilfreich wäre, beispielsweise in einem Freifach ein kreatives Schreibatelier anzubieten. Falls jetzt auch noch andere Deutschlehrpersonen diesen „Literatur-Hängert“ anhören, könnten sie diese meine Worte gerne auch als Aufruf verstehen. Ein kreatives Schreibatelier – das liesse sich bestimmt arrangieren.

Würde denn der gut gefüllte Lehrplan zeitlich und von den Ressourcen her überhaupt noch ein „kreatives Schreibatelier“ zulassen?

Ja, das ist eine wichtige Überlegung. Was die Freifächer anbelangt, ist festzuhalten, dass sich da auch manches überschneidet, so dass sich Schülerinnen und Schüler auch schon abgemeldet haben. Persönlich unterrichte ich zum Beispiel das Freifach „Cambridge First“, da höre ich zuweilen schon auch Stimmen, die sich entschuldigen, weil sie zur gleichen Zeit ein anderes Freifach haben oder weil Sport angesagt ist. Man müsste aufgrund der Anmeldungen wohl herauszufinden versuchen, ob überhaupt das Interesse für ein „kreatives Schreibatelier“ vorhanden wäre. Auch müsste wohl eine Leiterin oder ein Leiter gefunden werden. Aber auf jeden Fall wäre so ein „kreatives Schreibatelier“ einen Versuch wert.

Barbara, verfolgst du als Vorsitzende des Schreibwettbewerbs auch die Karrieren der Schreibenden, deren Stern am Schreibwettbewerb des Kollegiums in Brig aufgegangen ist?

Wir bekommen immer wieder auch Rückmeldungen. Wir freuen uns über Erfolgsmeldungen, beispielsweise von Schreibenden, die im Schnidrig Verlag veröffentlicht haben. Ich denke an das Werk „Dampf, Krieg und Liebe“ von Mattéo Werlen oder an „Manche Wände sind unsichtbar“ von Veronika Menath. Es ist doch wunderschön mitzubekommen, dass unsere Schulabgänger etwas publizieren. Die literarisch interessierten Personen treffen sich an den Vernissagen und Lesungen. Wir verfolgen die Karrieren von Herzen gerne und wünschen den Schreibenden weiterhin viel Erfolg.

Barbara, lassen wir doch noch ein klein wenig die Aktualität zur Sprache kommen. Während des vergangenen Sommers machte ein Blockbuster von sich reden: „The Odyssey“, die wir früher als Studierende am Kollegium Brig noch in griechischer und lateinischer Sprache gelesen haben. Nimmst du als Lehrperson diesen Steilpass auf oder lässt du den guten alten Homer und die Antike aussen vor?

Ein guter Unterricht greift Aktualitäten auf. Es ist immer gut, die Interessen der Studierenden mit einzubeziehen. In meinem Unterricht hat es sich auch schon ergeben, dass Schülerinnen und Schüler die Odyssee angesprochen haben, und es waren nicht nur diejenigen, welche die Geschichte der Antike oder die lateinische Sprache studieren. Im Englisch-Unterricht bietet sich mir die Möglichkeit, auch etwas Kinematografie oder Filmanalysen einzubauen. Die Verfilmung der Odyssee bietet auch die Chance, literarische Genres wie beispielsweise das Heldenepos im Unterricht zu behandeln oder das altenglische Werk Beowulf im Literatur-Unterricht einzubauen. (Beowulf is an Old English poem and one of the earliest and most important works of English literature. Anm.d.Red.) Wir gehen auch spannenden Fragen nach:  Wie ist ein klassisches Abenteuer aufgebaut? Was hat uns ein derart alter Mythos auch heute noch zu sagen?

Ich schliesse daraus, dass du als Kollegiums-Lehrerin doch auch über viele Freiheiten verfügst, wenn es um die konkrete Unterrichts-Planung geht. Ist es möglich, den Lehrplan aktualitätsbezogen anzupassen?

Ja, über diese Möglichkeit verfügen wir Lehrpersonen. Selbstverständlich dürfen wir deswegen den üblichen und eingeplanten Lehrstoff, das Pflichtprogramm, nicht vernachlässigen. Aktualitäten eignen sich gut als „Aufhänger“ oder als eine Möglichkeit, das Interesse der Studierenden am Lehrstoff und an der Schule zu steigern. Abgesehen vom Grammatik-Unterricht, verfügen wir Lehrpersonen aber doch über recht viele Freiheiten.

Du hast während deiner Studienzeit einen Schwerpunkt gelegt auf die Soziolinguistik, auf das Rollenverhalten. Wie steht es da mit deinem Interesse für das Theater?

Persönlich bin ich nicht unbedingt jemand, der unbedingt auf der Bühne stehen möchte. Aber ich gehe oft ins Theater. Auch analysiere ich die Theaterstücke sehr gerne. Zudem eignet sich das Rollenspiel ausgezeichnet als Bestandteil des Unterrichts. Im Rollenspiel können die Schülerinnen und Schüler aus sich herauskommen, dann zum Beispiel, wenn sie eine Film- oder Theaterszene nachspielen. Auch die Überlegung, auf welche Weise ein literarisches Werk oder eine Szene verfilmt werden könnten, ruft immer wieder spannende Diskussionen und Debatten hervor. Auf diese Weise lernt man sich gegenseitig auch von einer ganz anderen Seite her kennen.

Darf ich dich auch ganz persönlich fragen: Was hast du während des vergangenen Sommers gelesen? Was gehört zu deiner Lieblingslektüre?

Im Rahmen der Weiterbildung unserer Fachschaft Deutsch habe ich den „Zauberberg“ von Thomas Mann gelesen. Thomas Mann ist einer meiner Lieblingsautoren. Von Benedict Wells habe ich „Becks letzter Sommer“ gelesen, das ist ein lustiges und humorvolles Buch. Des Weiteren habe ich mich auch in die englische Literatur vertieft, besonders als Vorbereitung auf den Literatur-Unterricht. Beeindruckt haben mich besonders die novellenartigen Werke des irischen Schriftstellers Mc Flaherty.

Darf ich nachfragen: Gibt es aus deiner Sicht besondere Wünsche hinsichtlich des Literatur-Betriebs hier am Kollegium Brig?

Ich bin eigentlich schon sehr zufrieden mit den Möglichkeiten, die sich mir hier am Kollegium Brig bieten. Es bereitet mir immer wieder Freude, den jungen Menschen die Literatur näherbringen zu dürfen. Was ich mir noch wünschte? Vielleicht, dass man neuere Medien vermehrt aufgreifen könnte. Ich denke an irgendwelche Narrative, die sich im Computerspiel ereignen. Ich mag komplexe Geschichten. Die verschiedenen interaktiven Arten, die zeigen, wie man Geschichten erzählen kann, müssten meines Erachtens auch vermehrt in den Unterricht integriert werden.  

Ein angesagtes Thema ist zurzeit KI, die Künstliche Intelligenz. Wenn hier am Kollegium Brig jemand einen KI-Text generiert, mit welchen Folgen ist zu rechnen?

Das ist ein wichtiges Thema. Wir haben ja viele Unterrichts-Einheiten, die mit dem Laptop oder mit dem Tablet bearbeitet werden können. Da bietet sich den Schülerinnen natürlich schon die Möglichkeit, mal schnell etwas einzutippen oder Fragen an die KI zu stellen. Ich persönlich habe festgestellt, dass bei manchen Studierenden dann das eigene Denken und die Kreativität auf der Strecke bleiben. Auch das Selbstvertrauen in sich und in die eigenen Fähigkeiten wird durch den Gebrauch von Künstlicher Intelligenz untergraben. Ich stelle fest, dass viele sich nicht mehr trauen, selbst Antworten zu liefern. Einige befürchten auch, dass das eigene Schreiben niemals so gut sein kann wie die Texte, welche die Künstliche Intelligenz generiert. Persönlich finde ich, dass dem überhaupt nicht so ist. Nicht alles, was der Computer ausspuckt, ist per se einfach besser. In der Literatur geht es nicht darum, was ein Programm zu sagen hat. In der Literatur ist vielmehr die Meinung einer Person gefragt. Ich hoffe, dass die Auszubildenden selber herausfinden, ob die Anwendung von Künstlicher Intelligenz nun wirklich überall und für alles notwendig ist. Das persönliche Schreiben und das selber Formulieren soll und muss erhalten bleiben, das ist mein Anliegen.

Hoffen wir, dass die Persönlichkeitsbildung und das zutiefst Menschliche besonders auch an einem humanistischen Gymnasium weiterhin absolute Priorität geniesst. Vielen herzlichen Dank, Barbara Schnidrig, für deine spannenden Ausführungen.    

Hinweis: Den „Literatur-Hängert“ können Sie jederzeit und in voller Länge nachhören auf pomona.ch/rro

Text, Bild, Hängert und Radiosendung: Kurt Schnidrig