Bücher, die Lust machen, sich auf kreative Prozesse einzulassen

Sich unbegrenzt bei digitalen Medien zu bedienen, untergräbt die eigene Fantasie und Kreativität. (Symbolbild: Kurt Schnidrig) 

Statt KI-Programme herunterzuladen, rücken aktuelle Bücher das eigene kreative Schaffen in den Fokus. Wie können wir uns auf kreative Prozesse einlassen und die digitale Welt – zumindest eine Zeitlang – aussen vor lassen?

Zum Schulbeginn ist ein Bücher-Trend angesagt, der Lust und Motivation bereitet, selber kreativ zu werden. Soeben zurück aus den Sommerferien, begleiten wir als Lesende im Buch „Himbeer-Sirup-Tage“ aus dem SJW-Verlag zwei beste Freundinnen, die sich in einem wundervollen „Sommer-Flow“ bewegen.

Die Beiden betätigen sich an der frischen Luft, im Wasser, auf dem Fahrrad oder auf dem Skateboard. Sie sammeln und ordnen Blumen, sie zeichnen und planen. Und das alles ganz ohne digitale Geräte. Die digitale Welt hat ihrem Sommer-Flow rein gar nichts entgegenzusetzen.

Magali Franov: „Himbeer-Sirup-Tage. Bafuss durch den Sommer“. 28 Seiten. SJW 2026

Wer es den Beiden gleichtun möchte, wer ebenfalls eine Zeitlang ohne digitale Geräte und ohne Künstliche Intelligenz die Welt erkunden möchte, der ist auf den eigenen Ideen-Reichtum angewiesen.

Da stellt sich die Frage „Wo kommen die Ideen her?“ Diese Frage ist titelgebend für das Buch der Autorin Bettina Obrecht. Sie zeigt uns, wo überall Ideen zu finden sind: „Ich finde sie auf Apfelbäumen, ich siebe sie aus meinen Träumen“ ist in diesem Buch in zauberhaft poetischer Sprache nachzulesen. Etwas prosaischer formuliert: Gute Ideen lassen sich überall finden, wenn man nur aufmerksam genug und mit geschärften Sinnen durch die Welt flaniert.

Bettina Obrecht und Carla Haslbauer: „Wo kommen die Ideen her?“ 32 Seiten. Kunstanstifter GmbH 2026

Nicht immer ist es vonnöten, wie dereinst der Taugenichts aus der Novelle von Eichendorff, in die grosse weite Welt hinauszufahren, um eigene Träume zu leben. Zuweilen lässt sich auch trefflich durch den Mikrokosmos einer Bücherwelt schlendern, um sich kreativ inspirieren zu lassen.

Einen derartigen Mikrokosmos bietet das Büchlein „Farbe, Eule, Stift und Katze“ aus dem Verlag Jungbrunnen. Die Protagonistin Mina erhält ein Zeichnungs-Buch geschenkt. Nun malt sie eifrig Tiere, vor allem Katzen und Eulen. Doch dann gerät Mina in eine Schaffenskrise. Wie lässt sich trotz Rückschlägen und Frust auch mit einer derart verfahrenen Situation umgehen? Wie wir uns gerade auch von einer Krise inspirieren lassen können, das zeigt dieses Buch eindrücklich.

Claudia Gürtler und Renate Habinger: „Farbe, Eule, Stift und Katze“. 32 Seiten. Jungbrunnen Verlag 2026

Gemeinsam ist diesem Bücher-Trend, dass er die Lust und die Neugierde weckt auf eigene kreative Prozesse. Die zugehörigen Bücher treten der vielerorts feststellbaren Manie entgegen, sich unbegrenzt im Internet zu bedienen und herunterzuladen, was die eigene Fantasie und Kreativität untergräbt.

Text, Bild und Radiosendung: Kurt Schnidrig