Dramatikerin und Erzählerin Dea Loher in Mörel

Dea Lohers Stück „Frau Yamamoto ist noch da“ feierte letztes Jahr am Schauspielhaus Zürich seine Premiere und ist im kommenden Jahr 2026 in Naters zu sehen, aufgeführt von der Bühne Mörel. (Symbolbild: Kurt Schnidrig)

Dea Loher, so heisst die Autorin des Theaterstücks, das die Bühne Mörel im kommenden Jahr in Naters aufführen wird. Bereits an diesem Sonntag, 7. September, ist sie als Erzählerin zu Gast.

Das Stück „Frau Yamamoto ist noch da“ hatte Mitte September letzten Jahres am Schauspielhaus Zürich seine Premiere gefeiert. Das Stück besteht aus 22 Szenen mit Figuren, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben. Dea Loher verbindet die isolierten Menschen in diesen Szenen mit viel Sensibilität zu einem heiteren Endspiel.

Das Theaterstück ist auch ein Porträt einer verunsicherten und sprachlosen Gesellschaft. Dea Loher behandelt die grossen Themen unserer Zeit komödienhaft, heiter, unterhaltsam: Die zerrissene Gesellschaft, die Unfähigkeit miteinander zu reden, unsere gierige Gesellschaft, die Zerstörung der Natur, der Einfluss der neuen Technologien, die Einsamkeit des modernen Menschen.

Dea Loher ist auch eine gewiefte Erzählerin. Eingeladen von der Organisation „Mörel-Filet sitzt“, liest sie am 7. September dieses Jahres aus ihrem Erzählband „Hundskopf“, den sie bereits vor zwanzig Jahren herausgegeben hat.

Die Geschichten von Dea Loher haben häufig ein ähnliches Muster. Sie beginnen einfach und überschaubar. Die scheinbar banalen Situationen ufern dann aber aus bis an die Grenzen der Glaubwürdigkeit. Schlussendlich dominieren in Dea Lohers Geschichten so extreme Gefühle wie Entsetzen, Scham, Ekel und Machtlosigkeit.

Dea Loher hat in München Philosophie und Germanistik studiert. Sie gehört zu den meistgespielten Theater-Autorinnen nicht nur im deutschsprachigen Raum, ihre Texte sind in 50 Sprachen übersetzt und ihre Stücke werden weltweit aufgeführt.

Hören Sie dazu den Podcast aus der Sendung Literaturwelle (Quelle: rro / Kurt Schnidrig / Tiziana Imoberdorf / Jonas Vomsattel)

Text, Bild und Radiosendung: Kurt Schnidrig