
Die Frankfurter Buchmesse ist ein Ort, wo sich die Welt trifft. Nicht nur die Welt der Literaturen. Neu lädt zum Beispiel das Format „Frankfurt Calling – Perspektiven auf Kultur und Politik“ zu aktuellen Debatten ein.
In Zeiten von weltweiten Konflikten und Spannungen fordern die Verlage und die Literaturen zum Dialog heraus. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt auf Dialogen über Menschenrechte und Meinungsfreiheit, insbesondere auch über die Kriege in Gaza und in der Ukraine.

Community-Events
Im Mittelpunkt stehen traditionell auch Tausende von Büchern. Und da stellt sich jeweils unweigerlich die Frage: Wie lassen sich Jugendliche wieder vermehrt ans Lesen heranführen? Zu diesem Zweck wartet die Buchmesse in diesem Jahr mit zahlreichen Community-Events auf. Dazu gehören erfolgreiche junge Formate wie BookTok oder New Adult, Fantasy oder Romantasy. Auf der Social Media Plattform Tiktok feiern Bücher vor allem bei der jüngeren Generation ein Revival, eine Renaissance.
BookTok ist eine Bücher-Ecke auf TikTok. Unter dem Hashtag „BookTok“ tauschen sich Jugendliche und junge Erwachsene über ihre Bücher und über ihre Lese-Erfahrungen aus. Dies geschieht vorwiegend mit Hilfe von Videos.
Auch das Phänomen „New Adult“ erobert die Bücherwelt. Viele junge Leserinnen und Leser lieben die spannenden Love-Stories, die sich in einem College oder in geheimnisvollen Welten abspielen. In New Adult lässt sich eine Geschichte gleichzeitig als gedrucktes Buch, als Film oder als Podcast erleben. Von grosser Wichtigkeit ist dabei auch die visuelle Darstellung.

Auf Wachstumskurs ist an der Frankfurter Buchmesse der Book-to-Screen Day. Vom Buch zum Film: Die Buchbranche und die Filmproduzenten arbeiten zusammen und bringen angesagte Literatur auf die Leinwand. Ein Selbstläufer ist in diesen Tagen der Bestseller der Autorin Caroline Wahl „22 Bahnen“ jetzt zu bewundern auch als Kinofilm.
Climate Fiction
Der Klimawandel hat Eingang gefunden in die Literatur. Bis noch vor ein paar Jahren galten Romane über Klimakatastrophen als eine Science-Fiction-Nische. Nun aber hat „Climate Fiction“ an Popularität gewonnen. Der Klimawandel hat die deutschsprachige Literatur-Landschaft erreicht. „Climate Fiction“ heisst das Genre, das sich zwischen Katastrophen-Roman und Gesellschafts-Kritik ansiedelt. Verlage und Büchermarkt haben nun plötzlich ihr grünes Herz entdeckt, ob aus Überzeugung oder aus Kalkül, das sei dahingestellt.

Gedruckte Bücher als Kunstwerke
Das gedruckte Buch steht weiterhin im Literaturbetrieb an vorderster Stelle. Besonders wunderschön gedruckte Bücher sind wahre Kunstwerke von bleibendem Wert. Das analoge Buch hat an der Buchmesse weiterhin einen grossen Auftritt, genauso wie die klassische Gegenwartsliteratur. Ganz nach der Devise „Never change a winning Team“ gibt es an der Frankfurter Buchmesse wie gewohnt eine hochkarätige Literatur-Gala zu bestaunen.
Text, Bilder und Radiosendung: Kurt Schnidrig