
Das Fazit von Präsidentin Liliane Studer fällt erfreulich aus. BergBuchBrig durfte viele Besuchende verzeichnen, die Anlässe und Präsentationen waren gefragt und heiss begehrt.
Wie lässt sich die Faszination für BergBuchBrig erklären? Liliane Studer ist erstaunt und erfreut gleichermassen. Der Erfolg sei wohl der zwanzigjährigen Aufbauarbeit von Andreas Weissen zu verdanken. Nach der Gründung des Multimediafestivals habe Weissen einen langen Atem gehabt und die angedachten Vorhaben durchgezogen.
Die Besucher:innenzahlen, die Weissen bei der diesjährigen Eröffnungsfeier präsentieren durfte, zeigen eine sprunghafte Entwicklung. Ein wichtiger Schritt war zu verzeichnen, als BergBuchBrig ins Zeuhaus Kultur umziehen durfte und hier alle Anlässe unter einem Dach vereinigen konnte. Das Umfeld sei ideal mit dem Bistro, wo man sich zu einem Kaffee oder zu einem Glas Wein treffen kann und mit dem bestens präsentierenden Ausstellungsraum, schwärmt die Präsidentin. All dies seien Bestandteile von BergBuchBrig, die den Besucherinnen und Besuchern sehr viel bedeuten. Der Eröffnungsanlass, die Konzerte, die Exkursionen, alle diese fixen Anlässe seien sehr gut besucht. „Dieses Jahr hätten wir die Exkursionen ins Safrandorf Mund oder nach Domodossola zum Anhören der dortigen Lügengeschichten zweimal durchführen können“, blickt Liliane Studer zurück. Solche Anlässe und Exkursionen würden den Blick öffnen für das Grundthema des Multimediafestivals, für den Berg.
„Unsere Berge sind extrem bedroht, wir müssen unbedingt etwas tun, damit wir unseren nachfolgenden Generationen etwas weitergeben können“, hält Liliane Studer fest. „Einerseits wollen wir schöne Anlässe bieten, bei denen man sich zurücklehnen und geniessen kann, andererseits appellieren wir aber auch an die Verantwortung, die uns allen übertragen ist. Wir wollen doch alle eine Zukunft schaffen, in der es überhaupt noch Berge gibt.“
Während der vergangenen 20 Jahre ist das Multimediafestival in die Breite gewachsen. Zwar war das Festival BergBuchBrig von Anfang an so konzipiert, dass es nicht nur auf Bücher konzentriert ist. In der Geschichte des Festivals BBB sind aber grosse Entwicklungen festzustellen. Es gebe auch bei der Literatur nicht einfach nur die Wasserglas-Lesungen, sagt Liliane Studer, auch die Literatur werde umrahmt von Musik, von Performances, von Bühnenprogrammen. Diesbezüglich sei Andreas Weissen seiner Zeit immer voraus gewesen. „Auch unter einem Buch verstehen wir nicht bloss einen Roman oder einen Lyrikband, unsere Bücher sind vielmehr auch Kunstbücher, Fotobücher, Wanderbücher, Romane, Kurzgeschichten – alles, was zwischen Buchdeckeln Platz findet“, sagt Liliane Studer.
BBB hat sich weit geöffnet, es bläst ein frischer Wind, die grosse weite Welt ist zu Gast bei BBB. Zwar habe man sich von Anfang an geöffnet, was allerdings neu hinzugekommen sei, das sei der Vergleich mit anderen Regionen, europaweit und weltweit, sagt Studer. „Denn Phänomene wie die Klimaveränderung betreffen nicht nur das Oberwallis, sondern weltweit viele Regionen. Auch die jeweiligen Probleme sind in den verschiedensten Regionen weltweit vergleichbar.“ Und Liliane Studer ist überzeugt: „Die Schweiz könnte eine Pionierrolle einnehmen, denn wir müssen Lösungen für die Zukunft unseres Planeten und insbesondere für unsere Bergwelt finden.“
Text, Bild und Radiosendung: Kurt Schnidrig