
Mit „Winna – Weg der Seelen“ hatte sie ein ursprüngliches und faszinierendes Stück Wallis in die Kinos gebracht, einen Dokumentarfilm über Sagen und Mythen zum Thema Seelenwanderung und über Menschen, die Verstorbenen begegnet sind. Jetzt hat Fabienne Mathier einen Roman geschrieben mit dem Titel „Reise zum inneren Glück“. Wie schon im Dokumentarfilm ist Spiritualität auch im Roman ein Grundthema.
Fabienne Mathier widmet sich bereits seit ihrem 23. Lebensjahr dem Thema „Spiritualität“. Zehn Jahre lang hatte sie als Psychologin und Psychotherapeutin gearbeitet, nun schreibt sie für Film und Theater. Ihre Erfahrungen und Kenntnisse gibt Fabienne Mathier auch in Seminaren weiter.
Einen Weg zu mehr Frieden und Glück möchte die Autorin mit ihrem Roman vermitteln. „Es gibt kürzere und längere Wege zum Glück“, hält sie anlässlich unseres Gesprächs fest, und sie empfiehlt: „Folgen Sie immer Ihrem Herzen!“
„Der schmale Grat der Liebeswürdigkeit“ ist dabei von grosser Wichtigkeit. Der Fotograf und Kameramann James Kline hat diese bildliche Aussage der Autorin auf dem Buchcover festgehalten: Eine kühne Baute, eine schmale Brücke, ein Zug fährt darüber. Vor einer Schlucht leitet der Zug eine Bremsung ein. Die Passagiere sollen nun aussteigen und die Schlucht erforschen und entdecken, dann erst dürfen sie wieder einsteigen. Im Schritttempo fährt der Zug über die Brücke. Die Passagiere sehen ihn von unten, sie betrachten ihn aus der Schlucht heraus. Der Zug wartet am Ende der Brücke auf sie.

Wie lässt sich das Bild, die Metapher, interpretieren? Dazu nur so viel: Die Schlucht symbolisiert möglicherweise die innere Reise. Über die Schlucht führt der schmale Grat der Liebenswürdigkeit. In Wahrheit allerdings sei der Weg breit und es gebe gar keine Schlucht, weil der Mensch nicht aus der Liebe (aus Gottes Liebe?) herausfallen könne, erklärt die Psychologin und Autorin.
Das Reisen ist Fabienne Mathiers grosse Leidenschaft. Eine besondere Reise hat sie nun mit ihrem ersten Roman angetreten, eine „Reise zum inneren Glück“. Sie beschreibt in diesem spirituellen Roman eine Reise zu sich selbst. Die Protagonistin Anna tritt eine Reise ins Unterbewusste an, in die Unterwelt ihrer Psyche. Nur allzu gerne möchte sie wissen, wer sie wirklich ist.
Die Autorin erzählt eine bewegende Abenteuergeschichte. Ihre Protagonistin Anna tritt eine spirituelle Reise an vom isolierten Ego bis zur Wiederentdeckung des wahren Selbst. Die Geschichte basiert auf eigenen Erfahrungen der Autorin als Psychologin und als spirituelle Lehrerin. Der Roman verbindet damit fundiertes Wissen mit erzählerischer Kraft.
Mit der Protagonistin Anna taucht Fabienne Mathier ein in die Entdeckungsreise zu ihrem eigenen wahren Selbst. Die Autorin sagt, sie habe schon früh in ihrem Leben eine tiefe Sehnsucht gespürt nach Antworten auf Fragen wie: Was ist der Sinn des Lebens? Woher kommen wir? Warum sind wir hier? Die Autorin hat sich auf den Weg gemacht, dies herauszufinden. Dabei habe sie einen Zustand von wunderbarem und tiefem Frieden und Glück gefunden.

Fabienne Mathier im rro-Interview:
Kurt Schnidrig: Frau Mathier, Sie schreiben über das Thema „Glück“. Nun ist ja die Ratgeberliteratur zum Thema „Glück“ bereits beinahe schon ausufernd. Was macht ihr Buch besonders?
Fabienne Mathier: Mein Buch handelt vom inneren Glück. Es geht darum, das Glück im Inneren zu finden, unabhängig von äusseren Lebensereignissen. Wichtig dabei ist, die Ruhe in sich selbst zu finden und die eigene Mitte. Dies kann mit Hilfe von Meditation geschehen. In diesem Sinne verfügt mein Buch über einen anderen Ansatz als andere Glücksbücher.
Sie schreiben als Psychologin, ist ihr Buch autobiographisch? Schreiben Sie über Ihre eigenen Erlebnisse?
Mein Buch ist sehr autobiographisch. Die Figur Anna habe ich zwar erfunden, bei ihren Erlebnissen auf der Reise zum inneren Glück handelt es sich aber um meine eigenen Erlebnisse. Ich habe in diesem Buch meine psychologischen Kenntnisse, verbunden mit meinen eigenen jahrelangen spirituellen Erfahrungen, zu Papier gebracht.
Blenden wir kurz zurück: Viele kennen Sie vor allem als Regisseurin des Dokumnetarfilms „Winna – Weg der Seelen“ besonders gut. Lassen sich aus Ihrer Sicht einige Zusammenhänge zwischen dem Dokumentarfilm und dem Glücksbuch herstellen?
Auch bei „Winna – Weg der Seelen“ stellt sich die Frage: Gibt es da noch mehr, als wir mit unserem Denken erfassen können? Gibt es irgendetwas zwischen Himmel und Erde? Auch im Buch wird die spirituelle Ebene sichtbar, das, was man üblicherweise nicht sieht, wird sichtbar gemacht.
„Reise zum inneren Glück“ – dies ist der Titel Ihres Buches. Die Protagonistin Anna tritt eine Reise ins Unterbewusstsein an. Ist aber Glück nicht auch etwas, was manchmal auch von aussen kommt? Wir sagen ja auch „Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied“. Ist es nicht doch manchmal ganz einfach so, dass wir bereits Glück haben müssen, damit das Glück denn auch zu uns findet?
Das wäre dann das „totale Glück“. Der Vorteil des „inneren Glücks“ besteht darin, dass es immer und zu jederzeit zu haben ist. Das „innere Glück“ ist viel leiser, viel subtiler. Das „innere Glück“ ist vergleichbar mit einem Fundament, auf dem man stehen kann. Andere, eher äussere Glücksfälle, kommen dann noch hinzu, so wie ein Bouquet.
Frau Mathier, Sie haben sich auf den Weg gemacht und haben nach diesem „inneren Glück“ gesucht. Haben Sie persönlich Ihr inneres Glück gefunden?
Ja (lacht). Natürlich habe ich auch Hochs und Tiefs im Alltag. Aber ich weiss dann, wo ich das Glück wieder finden kann.
Was muss man tun, um das „innere Glück“ zu finden? Gibt es einfache Rezepte, wie man das Glück finden kann?
Ja, vor allem sollte man jeden Tag daran denken, im Hier und im Jetzt zu leben. Wir sollten mehr im Moment leben. Wahrnehmen, was alles um uns herum passiert. Weniger im Kopf sein und weniger in den Sorgen sein. Das bringt schon sehr viel.
Warum setzt sich das Unglück aber trotzdem immer wieder durch? Unsere Welt und unser Leben sind leider gezeichnet von Leid und Unglück.
Dabei handelt es sich um tiefe Muster, die wir als Menschen in uns haben. Viele Menschen, die Gewalttaten und andere schlimme Dinge tun, haben häufig eine schwierige Kindheit erlebt. Es ist tatsächlich nicht einfach, diese Muster des Bösen in uns abzulegen. Trotzdem habe ich die Hoffnung, dass wir über Generationen hinweg irgendeinmal den Frieden auf unserer Welt finden werden.
Sind Frieden und Glück zwei Komponenten, die einander bedingen?
Frieden und Glück gehen beide in dieselbe Richtung.
Darf ich Sie fragen, was für Sie persönlich so ein typischer Glücksmoment ist, den Sie erlebt haben? Ihr Buch ist ja auch ein Stück weit ein autobiographisches Buch…
Ich hatte einmal ein sehr schönes Erlebnis auf einer Reise. Ich befand mich an einem See in Südamerika. Dort habe ich mich eins gefühlt mit der Natur, mit dem See, mit der Landschaft. Das war nun wirklich ein ausserordentlich glückliches Erlebnis, das ich auch ausführlich in meinem Buch beschrieben habe.
Vielen herzlichen Dank, Frau Mathier, gerne empfehlen wir Ihr Buch „Reise zum inneren Glück“.

Fabienne Mathier: Reise zum inneren Glück. Eine Erzählung über die spirituelle Entdeckungsreise. 120 Seiten. Phänomen Verlag, 2025
Text, Bilder und Radiosendung: Kurt Schnidrig