
«Die Holländerinnen» sei ein sinnlicher und beweglicher Text, der uns in einen Leserausch versetze, schreibt die Jury des Schweizer Buchpreises in ihrer Begründung. Und weiter: «In ihrem konsequent komponierten Roman umkreist sie Gewalt in unterschiedlichen Formen und macht Desorientierung körperlich erfahrbar – ein Gefühl, das für unsere Gegenwart steht.»

Unsere Prognose ist eingetroffen. Lesen Sie dazu unsere Blog-Geschichte „Gespannte Erwartung im Theater Basel – wer gewinnt den Schweizer Buchpreis?“ Am Vortag der Verleihung strahlte Radio Rottu Oberwallis die Prognosen zur Verleihung des Buchpreises aus. Die Einschätzung zum Roman von Dorothee Elmiger traf zu:
„Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen. Ja, das ist mein Favorit. Eine bekannte Schriftstellerin kommt an die Grenzen ihres Schreibens. Und warum? Für ein Theaterprojekt will sie einen ganz besonderen Fall aufrollen: Zwei Holländerinnen sind im lateinamerikanischen Dschungel verschwunden. Die Reise auf den Spuren der verschwundenen Holländerinnen wird zu einer heiklen Grenzerfahrung. Dorothee Elmiger ist eine erfahrene Schriftstellerin, die erzählerisch alle Grenzen auslotet. Sie behandelt grosse Themen wie die Sinnhaftigkeit des Lebens oder die Möglichkeiten der Kunst. Und sie hat bereits den Deutschen Buchpreis erhalten. Wie bereits bei Kim de l’Horizon 2022, gibt es dann auch den Schweizer Buchpreis dazu. Wer schon hat, dem wird gegeben.“
Dorothee Elimiger (*1985 in Wetzikon) lebt als freie Autorin und Übersetzerin in New York. Ihre Bücher „Einladung an die Waghalsigen“ (2010), „Schlafgänger“ (2014) und „Aus der Zuckerfabrik“ (2020) wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und für die Bühne adaptiert.
Text, Bild und Radiosendung: Kurt Schnidrig