Joshua Cohen schreibt brillante Essays zur Gegenwart

Joshua Cohen, per Zoom zugeschaltet am Literaturfestival Leukerbad (Screenshot: Kurt Schnidrig)

Sein Buch „Aufzeichnungen aus der Höhle“ gehört zum Besten, was Gegenwartsliteratur zu bieten hat. Wenn Joshua Cohen sich die Gegenwart schreibend besieht, dann geht er dahin, wo es brennt. Er setzt sich auf eine ganz eigene Art und Weise mit dem auseinander, was sich auf unserer Welt ereignet.

Joshua Cohen hat jüdische Wurzeln, vielleicht auch deshalb ist es naheliegend, dass er sich zum Beispiel mit dem Überfall der Hamas auf Israel befasst. Joshua Cohen schreibt mit beissender Ironie. Diese Ironie verschwindet auch dann nicht, wenn es um Enthauptungen geht wie zum Beispiel anlässlich des Hamas-Überfalls auf Israel.

Zum Hamas-Überfall auf Israel ist bei Cohen zu lesen, dass Gaza zwar zum Teil aus der Hamas bestehe. Bei der Mehrheit der Menschen im Gazastreifen handle es sich jedoch um junge Menschen, „die aufgrund von Versagen verzweifelt sind, die missbraucht und vernachlässigt wurden und die voranstürmen, weil sie nirgendwo anders hinkönnen, als vor die Waffen, die nichts anderes tun können, als zu schiessen.“

Joshua Cohens Erkenntnisse über internationale und insbesondere über amerikanische Politik gehen um die Welt. Immer schreibt er aber auch mit viel Sprachwitz. Kommt hinzu, dass Joshua Cohen ein obsessiver Leser ist, ein grandioser Kenner der literarischen Werke von Franz Kafka insbesondere.

Weltweite Bekanntheit erlangt hat Joshua Cohen aufgrund seiner Essays über den amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Lange bevor Donald Trump amerikanischer Präsident wurde, hat ihn Joshua Cohen mit einem Zirkusdirektor verglichen. Das Oval Office sei seine Manege, in der er die tollkühnsten und waghalsigsten Kunststücke vollführe.

Im Buch „Aufzeichnungen aus der Höhle“ stellt er auch Atlantic City vor, und zwar als Versinnbildlichung des Trump-Systems, bei dem es vor allem darum gehe, die Menschen wie in einem Glücksspiel über den Tisch zu ziehen.

Die Geschichte der USA ist für den Autor Joshua Cohen eine Geschichte von weisser Einwanderung und von Sklaverei. Der Pulitzer-Preisträger Joshua Cohen reflektiert in seinem Essayband „Aufzeichnungen aus der Höhle“ insbesondere auch die amerikanisch-jüdische Diaspora sowie die Genmanipulation durch das Internet.

Hören Sie dazu den Podcast aus der Sendung Literaturwelle von Radio Rottu Oberwallis (Quelle: rro / Kurt Schnidrig / Simon Kalbermatten)

Text, Bild und Radiosendung: Kurt Schnidrig